Zwischen Tennisschläger und Kamera – das Leben in Bewegung

Andreas von Tempelhoff, Fotograf und Tennisspieler.

Es gibt Menschen, die einmal eine Leidenschaft finden – und sie nie wieder loslassen. Bei mir begann alles an einem Sommernachmittag 1972. Ich war zwölf, hielt zum ersten Mal einen Tennisschläger in der Hand – und ahnte nicht, dass dieser Moment mein Leben prägen würde.

Zunächst führte mich der Weg jedoch in eine ganz andere sportliche Richtung: Moderner Fünfkampf. Reiten, Fechten, Laufen, Schießen, Schwimmen – zehn Jahre lang war ich im Leistungssport zuhause. Tennis blieb die Liebe für den Urlaub, ein vertrauter Begleiter, der geduldig im Hintergrund wartete.

Mit 22 zog es mich an die Deutsche Sporthochschule Köln. Dort vertiefte ich mein Wissen, studierte Sport mit dem Sonderfach Tennis und spürte: Hier bin ich angekommen. Vier Jahre später begann ich in einer Kölner Tennisschule als Trainer, mit 30 übernahm ich die Leitung – und schloss mein Diplom als Sportlehrer ab.

Doch das Leben ist kein gerader Aufschlag, sondern manchmal ein überraschender Stoppball. Mit 39 saß ich an einem sonnigen Tag im Biergarten, als mich jemand als „Best Ager“-Model entdeckte. Plötzlich stand ich vor der Kamera – und wenig später auch dahinter. Als meine Tennishalle zu einer Fußball- und Badmintonhalle wurde, griff ich selbst zur Kamera. Mode, Porträts, Momente – und immer wieder Tennis.

Ich habe nie aufgehört zu spielen. Mit 50 stand ich zum ersten Mal bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Bad Neuenahr auf dem Platz – und verliebte mich in die Atmosphäre. Seitdem kehre ich regelmäßig zurück, spiele ITF-Turniere, fotografiere Spielerinnen und Spieler, halte Emotionen fest, die ich selbst nur zu gut kenne.

Dieses Jahr trat ich in der Kategorie Herren 65 an, gewann zwei Runden – und spürte den alten Wettkampfgeist in jeder Faser. Kaum war mein Turnier beendet, fuhr ich am 2. August noch einmal nach Bad Neuenahr, diesmal mit Kamera statt Schläger. Ich sah kraftvolle Aufschläge, präzise Volleys, lachende Gesichter.

Tennis ist für mich mehr als Sport. Es ist ein Lebensgefühl, ein ständiges Wiederfinden. Mal auf dem Platz, mal hinter der Linse. Und wenn das nächste Turnier kommt, bin ich wieder da. In der Tasche: mein Schläger. Und direkt daneben: meine Kamera.

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Hier meine Aufnahmen von der DSM in Bad Neuenahr