„Pass auf, was du denkst – es könnte wahr werden!“
TF24 magazin im Gespräch mit Mentaltrainer Juraj Gubi über Blockaden im Kopf, visualisierte Rückhandsieger und Beats fürs Gehirn
Redaktion:
Juraj, dein Leitspruch klingt erstmal provokant: „Pass auf, was du denkst – es könnte wahr werden.“ Was steckt dahinter?
Juraj:
Ziemlich viel Wahrheit – vor allem im Tennis. Viele Spieler sabotieren sich selbst – nicht, weil sie es wollen, sondern weil sie es denken. „Den haue ich ins Netz“, „Bitte keinen Doppelfehler“, „Der Gegner ist eh besser“… und zack, passiert genau das. Das ist keine Esoterik, das ist Neurobiologie. Deine Gedanken sind wie ein internes Trainingsprogramm – und das läuft ständig. Nur trainierst du dabei oft genau das, was du eigentlich vermeiden willst.
Redaktion:
Heißt das: Wer falsch denkt, verliert?
Juraj:
Nicht automatisch – aber du machst es dir selbst unnötig schwer. Im Leistungstennis entscheiden Millimeter. Wenn du in einer Drucksituation den falschen inneren Film abspielst, veränderst du deine Körperhaltung, deine Atmung, deine Bewegungsqualität. Dann reichen schon zwei Prozent weniger Fokus – und der Punkt ist weg. Deshalb sage ich: Wer seinen Kopf nicht trainiert, lässt 50 % seiner Leistung einfach liegen.
Redaktion:
Was empfiehlst du deinen Spielern?
Juraj:
Visualisierung – aber bitte richtig. Viele denken dabei an ein bisschen Tagträumen mit Pokalen und Selfies auf dem Siegerpodest. Nett, aber wirkungslos. Die meisten machen Visualisierung komplett falsch. Sie stellen sich vor, was sie gerne sein oder haben würden – ohne Gefühl, ohne inneres Erleben. Aber Bilder allein reichen nicht. Du brauchst deine Emotionen dazu – das Körpergefühl, den inneren Zustand, das Erleben, als ob es gerade passiert. Und: Du darfst nicht zweifeln. Das ist der größte Stolperstein. Solange du denkst „Mal schauen, ob das klappt“, wird es genau deshalb nicht klappen. Zweifel ist der Visualisierungs-Killer Nummer 1. Nur wenn du mit Gewissheit, Gefühl und klarer innerer Haltung visualisierst, wird daraus eine mentale Kraft.
Redaktion:
Und wenn ein Spieler richtig nervös ist oder innerlich blockiert?
Juraj:
Dann arbeiten wir genau damit. Angst ist kein Feind – sie ist ein Signal. Ich sehe sie als Coach wie einen Marker auf einer Landkarte: Da ist was, da lohnt es sich hinzuschauen. Viele Spieler wollen Angst einfach wegdrücken. Aber das funktioniert nicht. Stattdessen lernen sie bei mir, mit ihren Gefühlen zu arbeiten – mit Atmung, Körpersprache und gezieltem Mentalfokus. Und manchmal nutze ich dafür auch etwas Ungewöhnlicheres…
Redaktion:
Lass mich raten: NeuroBeats?
Juraj:
Genau. NeuroBeats sind spezielle akustische Frequenzen, die dein Gehirn sanft in einen bestimmten Zustand bringen – z. B. Fokus, Entspannung oder Klarheit. Klingt vielleicht etwas abgefahren, ist aber wissenschaftlich gut erklärbar: Dein Gehirn synchronisiert sich mit äußeren Reizen. Wenn du einen bestimmten rhythmischen Reiz bekommst, z. B. 10 Hz, geht dein Gehirn in den Alpha-Zustand – perfekt für ruhige Konzentration. Ich nutze NeuroBeats vor allem bei Spielern, die schlecht abschalten oder unter Druck schnell in Stressmuster rutschen. Die Beats helfen dabei, das System zu regulieren. Und nein, das ist keine Zauberei – das ist Neurophysiologie.
Redaktion:
Also ein bisschen mentales Training aus dem Kopfhörer?
Juraj:
(lacht) So kann man’s sagen. Aber klar: Beats allein bringen dich nicht ins Finale. Sie sind ein Tool. Wie ein guter Schläger. Oder ein guter Coach. Du musst immer noch selbst spielen – aber du bekommst eine bessere Ausgangslage. Ich habe inzwischen eine ganze Kollektion entwickelt – von Fokus-Training über mentale Reset-Sessions bis hin zu tiefer Regeneration. Für viele Spieler ist das inzwischen fester Bestandteil der Turniervorbereitung.
Redaktion:
Wie bist du eigentlich selbst zum Mentaltraining gekommen?
Juraj:
Ich habe Sportwissenschaft studiert – aber mich hat der Kopf schon immer mehr interessiert als der Bizeps. Ich war selbst lange genug auf dem Platz, um zu wissen, wie brutal der innere Kritiker sein kann. Und wie viele Matches da oben im Kopf entschieden werden. Heute helfe ich Spielern dabei, ihren eigenen Weg zu finden – mit mentaler Stärke, Klarheit und manchmal auch einer Portion Humor. Ich finde, man darf sich selbst nicht zu ernst nehmen – das hilft oft mehr als 10 Bücher über mentale Stärke.
Redaktion:
Was gibst du Tennisspielern mit, die regelmäßig mit sich selbst kämpfen?
Juraj:
Ganz einfach: Hör auf, gegen dich zu kämpfen – fang an, mit dir zu spielen. Dein Kopf kann dein größter Gegner oder dein bester Freund sein. Es liegt an dir. Und denk dran: Was du dir immer wieder ausmalst, kann Realität werden. Also: Mal dir was Gutes aus.
Über Juraj Gubi
Juraj Gubi (Jahrgang 1970) ist Sportwissenschaftler, Mentaltrainer und Gesundheitscoach mit einer klaren Mission: Menschen helfen, im Kopf freier, im Körper entspannter und im Leben bewusster zu werden. Als Gründer der sporThera-Akademie bildet er Präventionstrainer aus, deren Leistungen sogar von den Krankenkassen anerkannt werden. In seiner Arbeit verbindet er moderne Mentaltechniken mit alltagstauglichen Tools wie NeuroBeats – akustische Frequenzen, die helfen, den inneren Fokus zu schärfen oder mental runterzufahren.
Sein Motto: Nicht schneller, höher und weiter – sondern bewusster, entspannter und klarer.
Kontakt: gubi@gubi.de | www.facebook.com/jurajgubi
www.gubi.de | www.neurobeats.eu | www.sporthera-akademie.com