Maßnahmen
Eine gute Beweglichkeit ist die Voraussetzung für echte Stabilität.
Bei Florian war das nur noch eingeschränkt möglich. Seine Hüfte kompensierte stillschweigend die Dysfunktionen und signalisierte schliesslich in Form von Schmerzen, dass eine Grenze überschritten war.
Wir begannen mit gezielter Mobilisation der Sprunggelenke, zunächst ohne dann mit Belastung („loades mobility“). Wir kombinierten das mit Übungen zur tiefen Hocke, weil wir so - neben den Sprunggelenken - gleichzeitig die Hüftbeweglichkeit und die Streckung der Brustwirbelsäule mit einem Schlag verbessern konnten. Eine BWS, die gut streckt, also nach hinten beugt, kann auch besser rotieren.
Die tiefe Hocke ist eine der wenigen Übungen, die ich jedem Menschen vorbehaltlos empfehlen kann.
Mein Tipp: Beim Bällesammeln regelmässig in die tiefe Hocke gehen schlägt die drei oben genannten Fliegen mit einer Klappe ohne extra Aufwand.
Diese Mehrdimensionalität ist ein wichtiges Merkmal und der wohl wichtigste Vorteil funktionaler Übungen gegenüber Gerätetraining (welches in einem begrenzten Rahmen, z.B. in der Reha durchaus eine Berechtigung hat).
Für die rückwärtige Kette begannen wir mit klassischen Dehnungen der Beinrückseite in Rückenlage. Diese waren bei Florian allerdings wenig wirksam. Deshalb wechselten wir früh zu Varianten im Sitz, bei denen er mit dem eigenen Körpergewicht eine aktive Dehnung unter Last erzeugte.
Bei der Innenrotation der Hüfte gingen wir ähnlich schrittweise vor:
• zuerst im 90/90-Sitz,
• dann im Vierfüßlerstand,
• später im Halbkniestand.
Somit zeigen sich zwei wichtige Prinzipien meiner Arbeit. Zum einen steigern wir Übungen zur Mobilität schnell in Richtung „loaded mobility“ und zum anderen folgen wir Progressionen sukzessiv vom Liegen zum Sitzen, dann kniend, bis in den Stand, damit meine Klienten die steigenden Anforderung von einer sicheren Basis aus meistern können.
Mit zunehmender Beweglichkeit integrierten wir komplexere Bewegungsmuster. Neben der Hocke arbeiteten wir an der Beuge (für die Aktivierung der rückwärtigen Kette) und dem Ausfallschritt (zur Verbesserung von Hüftstreckung und -innenrotation).
Ein zentraler Punkt war die Umsetzung in den Alltag. Florian beschrieb sich selbst als wenig diszipliniert – aber ich bin überzeugt: Disziplin ist meist eine Frage guter Organisation.
Wir identifizierten gemeinsam Zeitfenster, in denen die Übungen möglichst wenig Aufwand verursachten. Durch seinen Schichtdienst konnten wir keine festen Zeiten etablieren, orientierten uns stattdessen an regemäßig wiederkehrenden Ereignissen in den unterschiedlichen Tagesabläufen:
• Frühdienst: Übungen vor dem Abendessen – das Essen diente gleichzeitig als Belohnung für die Anstrengung und somit als Motivationsförderer.
• Spätdienst: Sobald die Familie aus dem Haus war.
• Nachtdienst: Während ruhiger Phasen, wenn die Kollegen Karten spielten – sofern es der Dienst zuließ.
Die eigentliche Tennispraxis nutzten wir als Anker für ein einfaches 10-minütiges Warm-up. Die bessere Beweglichkeit und das bessere Gefühl auf dem Platz lieferte sogleich weitere Motivation.
Natürlich lief nicht alles reibungslos. Rückschläge nutzten wir aber gezielt, um die Routinen weiter zu verbessern und Übungen anzupassen.
Florian organisierte sich mit der Zeit immer eigenständiger – genau das war das Ziel.
Fortschritte und Ergebnis
Zu Beginn lag Florians Schmerz bei 8/10 . Über die zwölf Wochen gemeinsamer Arbeit sank dieser Wert deutlich. Am Ende lag er nur noch bei 0–1 – und das auch nur nach intensiven Matches oder besonders anstrengenden Diensten.
Heute schläft Florian wieder durch, wacht nicht mehr durch Schmerzen auf und hat „mehr Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit“. Auf dem Platz spielt er freier und sicherer. Und er weiß: Wenn Beschwerden erneut auftreten sollten, hat er die Werkzeuge an der Hand, um zu reagieren.
Fazit
Am Ende der Therapie war Florian im Alltag praktisch schmerzfrei – auch auf dem Tennisplatz traten kaum noch Beschwerden auf. Wichtige Nebeneffekte waren ein wiedergewonnenes Vertrauen in den eigenen Körper und die Integration regelmässiger Routinen zur präventiven „Schmerzhygiene“.
Die Routinen sind inzwischen fester Bestandteil seines Alltags. Die spürbare Verbesserung motiviert ihn, regelmäßig dranzubleiben – mit überschaubarem Aufwand bei besserer Lebensqualität.
Schlusswort
Jeder Klient ist anders – aber die Prinzipien meiner Arbeit bleiben die gleichen. Und ich glaube, viele Tennisspieler wissen genau, dass ein gezieltes „Training rund ums Tennis“ wichtig ist, und doch fällt der Einstieg vielen schwer.
Ein häufiger Grund: Man weiß einfach nicht, wo man anfangen soll.
Wenn es Dir ähnlich geht und Du schwer einschätzen kannst welche Übung für dich geeignet ist, findest du in meinem kostenlosen PDF-Guide zwei einfache Funktionstests mit den passenden Übungen inklusive praktischen Tipps für eine reibungslose Umsetzung in Deinen Alltag.
Nachhaltige Veränderungen bestehen aus vielen kleinen. Und ich denke: Jede kleine Veränderung lohnt sich. Denn Instandhaltung ist immer leichter als ein langer Heilungsprozess.
Es würde mich freuen wenn ich dir helfen kann Deine eigene Routine zu entwickeln.
Viel Spass bei der Umsetzung
Euer Torsten
Torsten Hunold arbeitet sein über 20 Jahren mit Schmerzen im Bewegungsapparat.
Wenn es Dir ähnlich geht und Du schwer einschätzen kannst welche Übung für dich geeignet ist, findest du in meinem kostenlosen PDF-Guide zwei einfache Funktionstests mit den passenden Übungen inklusive praktischen Tipps für eine reibungslose Umsetzung in Deinen Alltag.
Oder melde Dich gerne über meine Webseite bei mir und ich berate Dich ganz unverbindlich in einem persönlichen Gespräch.
Jede Reise beginnt bekanntlich mit dem ersten Schritt.
Meinen Job sehe ich darin, Dich darin zu unterstützen die ersten und vor allem die richtigen Schritte zu tun.
Euer Torsten